Privates Silvesterfeuerwerk – gel(i)ebte Tradition oder kann das weg? Was denken die Deutschen tatsächlich über ein Feuerwerkverbot?
Auch in diesem Jahr (2025) laufen Feuerwerksgegner wieder Sturm gegen das private Silvesterfeuerwerk. Dazu wird als Grundlage eine wilde Mischung aus bereits widerlegten Behauptungen, dubiosen Unterschriftensammlungen und tatsächlichen Problemen, die allerdings nicht durch die Verfügbarkeit von privatem Feuerwerk verursacht sind, serviert.
Die betreffenden Fakten (durch Quellen belegt) haben wir bereits in unserer Faktensammlung „Feuerwerk im Kreuzfeuer“ analysiert und eingeordnet.
Die Frage
Wie sieht es nun aber tatsächlich mit der Einstellung der deutschen Bevölkerung zum Thema privates Silvesterfeuerwerk aus? Soll privates Silvesterfeuerwerk verboten werden? Um das herauszufinden haben wir im November dieses Jahres eine repräsentative Umfrage beim renommierten Meinungsforschungsinstitut Ipsos GmbH, eines der weltweit führenden Unternehmen für Markt- und Sozialforschung, in Auftrag gegeben. Uns interessierte nicht nur die Meinung der Befragten zum Feuerwerkverbot selbst, sondern auch zu Alternativen, Einschränkungen, Tierwohl und Kaufverhalten.
Die Methode
Das Besondere der aktuell vorliegenden Umfrage ist das persönliche Interview von Angesicht zu Angesicht. Die sogenannte Face-to-Face Methode ist bekannt dafür qualitativ hochwertige Daten zu ermitteln. Im Gegenzug zu anderen Befragungsmethoden, wie z.B. Online-Umfragen über diverse Plattformen werden hier durch die Zufallsauswahl immer wieder neue Personen befragt. Die Anwesenheit des Interviewers führt dazu dass sich der Befragte intensiver und teifergehend mit dem Thema auseinandersetzt, als bei Onlineumfragen. Die im Vorfeld formulierten Fragen, unterlagen dabei einer strengen Prüfung durch Ipsos, um eine neutrale Fragestellung zu garantieren, was viel Zeit und Aufwand bedeutet, aber zu einem eindeutigeren Gesamtergebnis der Umfrage führt.
Die Methode der Feuerwerk-Gegner dagegen, allen voran der DUH, ist dreist und manipulativ. So werden von den Gegnern des Feuerwerks jedes Jahr unzählige kostengünstige Onlineumfragen mit immer gleichlautenden (von vornherein dem Feuerwerk gegenüber negativ formulierten) Fragen gestartet und in den sozialen Medien und unter den eigenen Mitgliedern zur Abstimmung aufgerufen. Dass bei dieser Herangehensweise keine repräsentative Meinung der Bevölkerung zu erwarten ist, kann jeder nachvollziehen. Denn die Teilnehmer der von Feuerwerk-Gegnern initiierten Umfragen sind in der Mehrheit dem grünen Spektrum zuzurechnen. Anschließend werden die Teilnehmerzahlen der vielen Umfragen aufsummiert, und die Ergebnisse öffentlichkeitswirksam den Politikern übergeben. Somit entsteht der Eindruck, das Millionen Deutsche für ein Feuerwerk-Verbot wären. Eine dreiste Täuschung von Politik und Öffentlichkeit.
Weiterhin sind viele der feuerwerkkritischen Umfragen, die hohe Zustimmung für ein Verbot von privatem Feuerwerk ausweisen, durch eine unrealistische Antwortmöglichkeit verfälscht. So ist bei den möglichen Antworten regelmäßig ein Verbot für Privatpersonen in Verbindung mit zentralen, professionellen Feuerwerken als Ausgleich aufgeführt.
Diese Option ist völlig unrealistisch aus einer Vielzahl von Gründen: Eine flächendeckende Umsetzung ist weder von den Städten/Gemeinden finanzierbar, noch gibt es -gerade in Großstädten- kaum die geeigneten Flächen und schließlich gibt es in Deutschland gar nicht genügend Pyrotechniker, die das leisten könnten. Zusätzlich wäre es mindestens problematisch, dass sich Millionen Menschen (möglicherweise alkoholisiert) gleichzeitig zu einer Massenveranstaltung in Bewegung setzen.
Jedoch führt diese Auswahlmöglichkeit dazu, dass tolerante Menschen, die nicht an Feuerwerk interessiert sind, aber die Freude am Feuerwerk ihren Mitmenschen grundsätzlich nicht nehmen wollen, diese vermeintliche Kompromisslösung auswählen. In der Auswertung werden diese Stimmen dann als Verbotsbefürworter mitgezählt.
Es ist anzunehmen, dass viele der Menschen, die diese Antwort wählen, sich bei einer anderen Fragestellung gegen ein komplettes Verbot aussprechen würden.
Das Ergebnis
Silvesterfeuerwerk ist deutsche Tradition
Eine überwältigende Mehrheit von 84 % der Deutschen sieht privates Silvesterfeuerwerk auch weiterhin als Tradition. Dieses Ergebnis deckt sich mit unserer Umfrage durch Forsa aus 2021, bei welcher 90% der Befragten privates Silvesterfeuerwerk als deutsche Tradition ansahen.
Nur eine Minderheit ist für ein Verbot
Nur eine Minderheit von 28 % möchte gerne ein komplettes Silvesterfeuerwerkverbot.
Auf die Frage, ob legales Silvester-Feuerwerk für Privatpersonen erlaubt oder vollständig verboten werden soll, sprachen sich 69 % eindeutig für den Erhalt dieses Brauchtums aus. Hierbei wünscht sich fast jeder Dritte keine weiteren Einschränkungen, 37 % befürworten weitere Regularien, wie zum Beispiel eine zeitliche Begrenzung für das Zünden nach Mitternacht oder kein extrem lautes Feuerwerk.
Verbot verhindert keine Anschläge oder Ausschreitungen
Die Forderung privates Silvesterfeuerwerk zu verbieten, um Ausschreitungen oder gar Anschläge auf Personen, Polizei und Sachgüter zu verhindern, wird von immerhin der Hälfte der Bevölkerung (50%) als unwirksam eingestuft. Diese sind der Auffassung, dazu wären andere Maßnahmen wie zum Beispiel mehr Polizeikontrollen nötig.
Silvesterfeuerwerk ist sicher und geprüft
In der Gruppe, die sich für ein komplettes Verbot ausspricht, geben wiederum 80 % an, es sei zu gefährlich und verursache zu viele Verletzte. Wir vermuten, dass diese Personengruppe keine oder wenig Erfahrung mit dem Zünden von Silvesterfeuerwerk hat und sich deren Meinungen teils durch die fachlich mangelhaften negativen Medienbeiträge geprägt haben. Dies wurde jedoch in der vorliegenden Meinungsabfrage nicht ermittelt. Die schweren und tödlichen Verletzungen der letzten Silvestersaison sind allerdings, wie in den Medien berichtet wurde, ausschließlich auf illegales Feuerwerk zurückzuführen. Daher muss vielmehr die Einfuhr von illegalem Feuerwerk aus dem Ausland stärker kontrolliert und verfolgt werden.
In Deutschland werden Feuerwerkskörper nur nach vorheriger Prüfung durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) oder einer vergleichbaren benannten Stelle zugelassen. Diese sind bei sachgemäßer Anwendung sehr sicher. So wird das allgemeine Verletzungsrisiko bei richtiger Anwendung von legalem Silvesterfeuerwerk in der Befragung auch nur von einer Minderheit (23 %) als “hoch” bzw. “sehr hoch” eingeschätzt. Aus dem Krankenhaussektor gibt es nach wie vor keine Statistiken oder belastbare Zahlen die belegen, wie viele Personen tatsächlich durch pyrotechnische Gegenstände in welcher Art und Schwere verletzt werden. Auch gibt es keine belastbaren Zahlen dazu, wie häufig dabei Alkohol im Spiel ist.
Kaum Auswirkungen auf Tiere
Gerade das Thema Tiere wird von den Verbotstreibern dauerhaft als Totschlagargument vor sich hergetragen. Bis hin zu dem schon fast als Realsatire erscheinenden Äußerungen des Berliner Grünen Franco auf dem Parteitag im Januar 2025: „Die Vögel fallen vom Himmel“. Doch trotz gebetsmühlenhafter Wiederholung dieser Mär scheint sie sich in den Köpfen der Bürger nicht so zu verfangen, wie es sich die Feuerwerksgegner erhoffen: Fast drei Viertel der Deutschen (72%) sind der Auffassung, dass Tiere Silvester-Feuerwerk „häufig“ oder „öfter“ unbeschadet überstehen. Das Thema Feinstaub und CO2 haben wir in der aktuellen Umfrage nicht aufgegriffen, da Feinstaub durch Feuerwerk mittlerweile als unkritisch angesehen wird, mehr Infos dazu unter „Feinstaub durch Feuerwerk“.
Interessant ist insbesondere auch, dass von den Personen, die sich für ein Verbot ausgesprochen haben, 60 % der Aussage „Weil es mich und andere stört“ und 53 % der Aussage „Weil es mir egal ist, ich brauche das nicht“ zugestimmt haben. Von einem Verbotswillen der Deutschen wegen Umwelt- und Tierschutz oder wegen Sicherheitsbedenken, kann daher nicht ausgegangen werden.
Fazit
Die Umfrage zeigt, dass ein Großteil der Bürger in Deutschland privat gezündetes Feuerwerk zum Jahreswechsel immer noch als Tradition sieht, die entweder komplett oder mit Einschränkungen erhalten bleiben sollte.